Feeds:
Artikel
Kommentare

Herbst

Es ist ja nicht so, dass mir die Gezeiten fremd wären. Frühling, Sommer, Herbst und Winter, immer wieder kehrend.
Und trotzdem, wann immer der Herbst sich ankündigt, die Blätter sich färben, der Wind nach Erde und feucht riecht, die Nachbarskastanie ihre Blätter auf unserem Gehsteig verteilt, meine Pflanzentöpfe in unser Treppenhaus umgesiedelt werden, damit sie dem nahenden Frost zum Opfer fallen und mein Liegestuhlkissen, das ich draussen gelassen habe, in der Hoffnung, es gäbe noch einmal Grund dazu, komplett vom Regen durchtränkt wurde, kann ich es nicht fassen.
Ich stehe sprachlos staunend, hadere, zaudere und trauere – und ehe ich mich versehe, stecke ich mitten in der schönsten Herbst/Winter – Depression.

Es ist September, Spätsommer könnte man sagen, aber ich kann es jetzt schon kaum noch erwarten, bis der März wieder vor der Tür steht und die ersten Krokusse sich ihren Weg bahnen!!

…haben einen neuen Helden;

Michael Jackson ist überall mit mehreren Singles in die Top 50 der Single Charts (aber nicht nur dieser)eingestiegen.
In Österreich, so meldete es heute Ö3, sind alleine 15 seiner Hits unter den ersten 50 vertreten.
Das gibt Geld, was mich im Anbetracht dieser komplett irren Familie etwas bedenklich stimmt.
Für ihn, geschlagene, isolierte, verzweifelte und sicherlich kaputte Person, zu der er gemacht wurde, würd ich mir wünschen, er könne erleben, dass seine Musik nochmal (und vielleicht jetzt wieder mehr) im Vordergrund steht.
Heut kam dann auch gleich wieder ein bissl was im Radio, und auch wenn ich früher nicht so ganz sehr drauf stand, (aber Stehblues auf I just can’t stop loving you hab ich getanzt *g*) mitwippen musst ich jetzt schon…

Nr. 4

In den vierten Mann in meinem Leben habe ich mich verliebt, nachdem wir schon einige Male zusammen ausgegangen waren, und schliesslich und endlich miteinander im Bett gelandet sind. Wir standen gemeinsam umter der Dusche und plötzlich, wie vom Blitz getroffen habe ich mich in ihn verliebt.
Unauslöschlich, brennend, bohrend, gluggernd, kichernd, beflügelnd und beglückend.

Im Anschluss brachte er mich nach Hause, im weissen Golf Cabrio seiner Schwester und vor der Haustür blieben wir über Stunden sitzen, um die Leoniden zu betrachten. 51 Sternschnuppen habe ich in dieser Nacht gezählt. Es war die romantischste, wunderschönste, unvergesslichste Nacht meines ganzen Lebens – bis heute.

Die Beziehung währte fast drei Jahre. Die drei aussergewöhnlichsten, bewegensten, verunsichersten, schönsten Jahre, die man sich vorstellen kann. Er war Profisportler, ich Schülerin – ich reiste ihm hinterher, harrte am Spielfeldrand, drückte Daumen, lernte tolle Leute kennen, flippte vor Eifersucht völlig aus, wenn ich ihn wieder über Wochen und Monate nicht zu sehen bekam und machte mich während meines letzten Aufenthaltes bei ihm im Ausland in einer riesigen Karaoke – Bar zum Affen, als ich „I will always love you“ für ihn sang.
Ich sang es voller Liebe, bekam viel Applaus und sogar „Zugabe“ – Rufe – flog zwei Tage später zurück nach Hause und wusste nicht, dass ich im Prinzip mit diesem Lied ohne es zu wissen unser Ende angesungen hatte. Nur zwei Wochen nach meiner Rückkehr trennte er sich von mir.
Ich habe das tatsächlich nie verwunden.

Und wenn schon…

Heute ist mein Blick auf diesen Blogeintrag gefallen.
Barack Obama ist Hoffnungsträger für die ganze Welt.
Nachdem ich den Artikel gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob sich mit dem Wissen, dass er sich eines Teleprompters bedient, etwas an der Überzeugung seiner Kompetenz ändert.
Was mich angeht, ist dem nicht so.
Es mag viele Gründe für den Teleprompter geben, vielleicht ist der einfachste, dass er so viel im Kopf hat, so mit Aufgaben überhäuft wird, dass es sich die Reden, die er zu halten hat, nicht alle einprägen kann. Er hat doch ein fähiges Kabinett (heisst das dort auch so?) zusammengestellt, warum also nicht auch einen Redenschreiber, der zu dem, was Obama sagen möchte, die richtigen Worte für ihn findet?

Ich kann nichts daran finden – nur ihn weiterhin toll!!

(nicht auszudenken, was man über McCain so alles herausgefunden hätte…)

Nr.3

Ich war mit einem ungemein langweiligen Typen liiert, der mich immerhin mit auf seine Abifeier nahm. Er sprach einen unerträglichen Dialekt, stand auf Aldi – Frikadellen, stank genau so und hatte bis auf das Nagelbett herabgefressene Fingernägel (die diese Bezeichnung genaugenommen garnicht mehr verdient hatten). 

Aus heutiger Sicht hatte er keinerlei Qualitäten ausser, dass er einige Jahre älter war, als ich und das war damals eben irgendwie schick.

Auf der Abifeier fiel mir am Nachbartisch ein „Mann“ auf (so sehr Mann ein 21 jähriger Abiturient sein kann..) Dreadlocks, Surfertyp, unglaublich cool und ganz und gar das Gegenteil dessen, was mein aktueller Freund mir bot, so dass ich mich vor lauter Begeisterung und Staunen kaum noch einkriegte,mir das Herz raste und ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte.

Das Gespräch des Nebentisches drehte sich um die ohne Zweifel sehr interessante Frage, ob Frauen ebenso formvollendet rülpsen können, wie Männer. Letztlich kam man zu dem Ergebnis, dass dies nicht der Fall sei, wozu alle Anwesenden des starken Geschlechts frohgelaunt auf den Tisch klopften und rülpsend gröhlten.

Mein Einsatz!

Mit dem unbeteiligsten Gesicht der Welt stand ich auf, nahm mir ein Bier, leerte es nahezu vollständig und rülpste den Nebentisch an die Wand.

Der Rastatyp gehörte mir!

Soweit so gut.

Was ich natürlich nicht wissen konnte und was ich, hätte man mich gewarnt, nie ernstgenommen hätte, war, dass er sexsüchtig war, keinen Tag ohne mehrfach sein konnte und wenn mir das nicht möglich war, Druck ausübte, um zu bekommen, wonach ihm verlangte.

Ich war sehr jung. Subtile Drohungen taten ihr Übriges. Schliesslich legte ich mich hin, liess ihn gewähren und mein Körper verkam nach und nach zum Ding. Losgelöst von Seele und Herz erfüllte ich meine Pflicht, befriedigte, was meine Aufgabe schien und hatte schon beinahe verlernt, dass dieser Zustand kein normaler war.

Eine Freundin war zu Besuch, übernachtete mehrere Nächte im Haus meiner Eltern und setzte meinem Dilemma ein vorläufiges Ende. So froh ich war, eine schlüssige Entschuldigung für ihn zu haben, so sehr ging ich damit unter, als die Freundin wieder abreiste und er sein Recht einforderte. Gewaltvoll. Auf der Ladefläche seines VW – Busses, vor dem Haus meiner Eltern.

Mein Vater, dem dieser zottelgelockte, nach Rauch und Cool Water stinkende Typ ein absolutes Gräuel war, sah den Bus am späten Abend auf der Strasse stehen, lief hin, klopfte immer wieder von aussen dagegen, rief meinen Namen und ob ich da drin sei.

Seine Hand auf meinem Mund verbot mir nachhaltig die rettende Antwort.

Mein Vater musste wohl geglaubt haben, dass ich nicht da war, er liess vom Auto ab und ging ins Haus.

Ich riss mich schliesslich los, zog mich an, huschte ins Haus, die Treppe hinauf, ins Bad und hätte mir unter der Dusche am liebsten die Haut abgerissen. Gleichzeitig war ein Teil von mir schon lange abgestorben, fühlte nichts, leer.

Meine Eltern haben mich nie darauf angesprochen, ob ich mit diesem Mann glücklich bin – aber als er am Folgemorgen vor unserer Haustür stand und renitent darauf beharrte, mich in die Schule bringen zu wollen, verwiesen sie ihn vom Grundstück und erläuterten ihm in aller Deutlichkeit, dass er sich nicht mehr blicken lassen sollte.

Ich sagte auch kein Wort, blieb aber so lange in meinem Zimmer, bis er sich verzogen hatte – ich habe ihn danach noch einige Male gesehen und Todesängste ausgestanden.

Dies natalis

Während ich innerlich mit allem, was ich hatte, um mein Leben schrie, lächelten meine Mundwinkel automatisiert pflichtgemäß für alle andern weiter.

Jeder erwartete das von mir. Niemand kam auch nur im entferntesten auf die Idee, dass die Realität nicht strahlend aussah und schon alleine deshalb hätte ich es nie jemandem sagen können.

Der Schmerz währt bis heute – und mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass mich jemand davon befreit – denn wie könnte ich, nach dieser langen Zeit noch davon anfangen?!

Nr. 2

Nr. 2 hat mich gegen einen Kasten Bier verwettet. Tiefer hätte er mich nicht treffen können.

Ich war so voller Träume und Ideale. Ich war 17 und glaubte noch an die grosse Liebe. Die hatte mich im Bezug auf ihn ereilt als ich 14 war. Ich sah ihn und mich traf förmlich der Blitz. „Oh mein Gott, oh mein Gott, OH MEIN GOTT!“

Er war so wunderschön, hatte das schönste Lächeln und die blitzendsten Augen, die ich je gesehen hatte, er hatte einen traumhaften, durchtrainierten Körper, war witzig und sich seiner selbst wohl bewusst – natürlich stand er nicht die Bohne auf mich.

Über zig Ecken kam es dann doch zu einer ersten Verabredung. Wir trafen uns zum Lauftreff. Völlig verschwitzt, knallrot angelaufen und nach Luft japsend muss ich einen geradezu betörenden Eindruck gemacht haben. Noch dazu war ich meiner geistigen Fähigkeiten vollends beraubt, sobald er in der Nähe war. Ich kann mich nicht erinnern je wieder ein solches Herzrasen gehabt zu haben.

Drei Jahre dauerte es, bis ich ihn da hatte, wo ich ihn haben wollte. Das dachte ich zumindest. Ich war blind vor Liebe und vor Glück, endlich am Ziel meiner Träume angelangt zu sein. An einen wunderschönen nachmittag anschliessend, lud er mich mit zu sich nach Hause ein. Wir bewunderten sein Meerschweinchen, tranken und assen kleine Snacks und landeten schliesslich in seinem Bett. Rückblickend ist der Sex im Laufe meines Lebens erst mit der Erfahrung wirklich gut geworden, aber dieser Moment mit ihm war so besonders. Er war liebevoll und zärtlich, etwas unbeholfen aber nicht gänzlich unerfahren - aber vor allem gehörte er mir. Ich hatte alles erreicht.

Während er mich mit dem Fahrrad nach Hause begleitete, erzählte er mir, dass wir uns beim nächsten Mal ja auf ein Bier treffen könnten – denn er habe jetzt die Wette, ob er mit mir ins Bett gehen würde gewonnen…

Samstagsgefühle

Samstag ist der Tag den meine Kinder herbeisehnen, denn das ist der Tag, an dem sie Fernsehschauen dürfen. Samstagmorgen bin ich egoistisch, stelle Joghurt, Müsli und Getränke auf den Tisch, schalte den Fernseher ein, nehme mir ein Buch, tapere ins Bett, werfe mich ins Kissen und habe 1,5 Stunden Sendepause.

Solange dauert es, bis die erlaubten Sendungen durch sind – danach dusche ich in aller Ruhe, die Kinderschar spielt währenddessen brav in den Gemächern. Die Stimmung ist blendend und relaxed, wie nie während der Woche. Ich bereite ein gesundes, vollwertiges Mittasmenue zu, anschliessend belasse ich die Kinderlein beim anderen Elternteil und gehe einkaufen für das ausgedehnte Sonntagsfrühstück, dass uns bevorsteht. Im Einkaufszentrum meines Vertrauens gibt es Massagestühle. 2,- investiert und orgastische Zustände erlebt – gutes muss nicht teuer sein!

Wieder zurück stelle ich fest, dass der Rest der Familie ausgeflogen ist, in den Wald. Ich genehmige mir eine Badewanne, die habe ich mir nun redlich verdient.

Am nachmittag essen wir ein Stück Kuchen, ich habe den ersten Rhabarber gefunden und verarbeitet, das muss gefeiert werden. Die Kinder sind müde vom langen Tag im Wald – bald ist Schlafenszeit, dann genehmige ich mir ein Glas Rotwein und lasse den Tag in angenehmer Gesellschaft auf der Couch ausklingen..

Ich liebe Samstage!

Kennt Ihr den?

Ich bin verliebt – ich liebe dieses Lied, ich könnte es immer wieder hören und mich darin verlieren – ich habe dabei eine Vision von Sommer, einer Fahrt im Auto, runtergelassenen Fenstern, strahlendblauem Himmel, Sonnenschein, einem wunderschönen Sommertag und diesem Lied ohrenbetäubend, glasklar und rein. Hochgefühl, Hochgefühl, Hochgefühl.

Niemand im Auto ausser mir und diesem Song… 

 

Und warum also?

Als ich beschlossen habe, mir einen Blog zuzulegen, war ich gerade zum ersten Mal schwanger -  das ist bereits eine ganze Weile her.

Die Familie und Freunde sind auf alle Kontinente verteilt, und ich hatte das Bedürfnis sie teilhaben zu lassen. Stellte Fotos und Texte ein, dokumentierte die Schwangerschaft, die ersten Schritte, Lebensjahre.

Irgendwann folgte das Zerwürfnis mit meiner Familie und in einem Akt der Wut und Enttäuschung löschte ich alles, so mühevoll zusammengetragene, auf dass niemand mehr Anteil nehmen könne.

Der Familienfrieden ist wieder hergestellt, nach langer Pause habe ich nun wieder was zu sagen (…) und möchte kommentieren, mich erinnern, betrachten und vieles mehr.

Ältere Artikel »